Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle Riesa

Seelische Belastungen sind zunehmend ein Krankheitsauslöser. Oft wird erst dann reagiert, wenn aus psychischen Symptomen physische werden und auch der Körper Krankheitssignale zeigt. Häufig gehen die Betroffenen zum Arzt ohne die eigentliche Ursache zu behandeln. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten schon frühzeitig Hilfe aufzusuchen.

Die psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle in Riesa ist so ein Anlaufpunkt, den es in dieser Form schon in Meißen und in Coswig gibt: „Wir sind ein offenes und vielseitiges Angebot für Menschen mit seelischen Problemen, Menschen, die sich in Krisensituationen befinden oder sogar an einer psychischen Erkrankung leiden.

Dabei unterstützen wir nicht nur die Betroffenen selbst, sondern beraten auch die Angehörigen“ erläutert Janine Krettek, Leiterin der Kontaktstelle in Riesa.

Die ausgebildete Dipl.-Sozialpädagogin ist seit mehr als zehn Jahren hauptsächlich in psychiatrischen Betätigungsfeldern aktiv, hat Erfahrung in mehreren klinischen Einrichtungen gesammelt und weiß daher sehr genau, wie sie Patienten mit leichten Depressionen über Angststörungen bis hin zu chronifizierten psychischen Erkrankungen qualifiziert unterstützen kann.

Wichtig ist ihr dabei, dass jeder, der Hilfe benötigt, eine individuelle Einstiegsmöglichkeit in der Beratungsstelle hat. In der Regel suchen ihre Patienten zunächst das Einzelgespräch, indem sie ganz ungezwungen die Möglichkeit haben Sorgen, Nöte und persönliche Konflikte zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Darüber hinaus leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstellen des Landkreises auch eine umfangreiche Netzwerkarbeit und können dadurch an weiterführende Hilfsangebote vermitteln, z.B. Therapiemöglichkeiten, Selbsthilfegruppen und Suchtberatung.

Neben der Einzelbetreuung, die Janine Krettek direkt vor Ort leistet, finden zudem jeden Tag verschiedene Gruppenangebote statt. Ob gemeinsames Kochen, Gesprächsrunden, gestalterische Tätigkeiten oder Entspannungsübungen – der Austausch in einem geschützten Rahmen hilft gegen das Gefühl der Einsamkeit und trägt dazu bei Kontaktschwierigkeiten zu reduzieren. „Die Räumlichkeiten der ehemaligen Pflege-WG bieten uns dafür die idealen Rahmenbedingungen. Wir haben eine tolle Küche und ausreichend Platz, alles ist barrierefrei zugänglich und die Patienten fühlen sich hier sehr wohl. Besser hätten wir es kaum treffen können“ betont Janine Krettek und hofft noch mehr Menschen aus Riesa und den umliegenden Gemeinden für die Angebote interessieren zu können.

Die Einrichtung in Riesa wird über das Gesundheitsamt des Landkreises Meißen getragen und gehört mit zu den sogenannten niederschwelligen Beratungsangeboten, d. h. jeder der Hilfe sucht, kann diese unmittelbar in Anspruch nehmen ohne Kosten und extra Aufwand.

Kontakt: 
Ftau Janine Krettek 
Bahnhofstr. 16 / 01587 Riesa
Tel. 0 35 25 – 52 90 073

 

Ambulanter Hospizdienst Riesa

Lebensqualität verbessern, bzw. so weit wie möglich erhalten, ist auch Anliegen von Judith Schulze (Foto rechts). Sie ist Hospizkoordinatorin des Senioren Selbsthilfe e. V. aus Torgau. Der Verein hat seit Jahresbeginn die Gewerberäume in der Bahnhofstraße 12 angemietet und möchte damit in der Region vorrangig aktive und fachkundige Hospizarbeit leisten. Doch was bedeutet das eigentlich genau?

„Hospizarbeit bedeutet die ambulante oder stationäre Begleitung und Betreuung von Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten den sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in dieser schweren Zeit beistehen und Hilfestellung geben, damit die Betroffenen so lange wie möglich aktiv am Leben teilnehmen können“ erklärt Frau Schulze. Eine Aufgabe, die von den Hospizhelfern sehr viel abverlangt.

Mal steht der emotionale Beistand und mal die tatkräftige Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags im Vordergrund. Gespräche haben also genau so viel Raum wie Sitzwachen zur Entlastung der Angehörigen, Kinder-betreuung, Unterstützung im Haushalt oder die Begleitung nach draußen, zum Beispiel zum Arzt oder zum Spazierengehen. „Im Idealfall haben unsere Hospizhelfer durch ihren beruflichen Werdegang schon Praxiserfahrung und bringen so wichtige Voraussetzungen für den Umgang mit den Patienten und deren Angehörigen mit“ betont die Hospizverantwortliche. Damit das Angebot in Riesa in der gleichen Qualität wie in Torgau stattfinden kann, bietet der Verein ab 8. April 2020 einen Grundkurs für ehrenamtliche Hospizhelfer in Riesa (PBZ Tagespflege,  Drosselweg 10 - 14) an. Die Ausbildung umfasst circa 50 Stunden Theorie und je nach beruflicher Qualifikation bis zu 50 Stunden Praxis.

Laut Judith Schulze kann sich jeder Bürger ab 25 Jahren, wenn er die geistigen, seelischen und körperlichen Voraussetzungen mitbringt, zum ehrenamtlichen Hospizhelfer ausbilden lassen. Ebenso sucht der Verein interessierte Alltagsbegleiter für die Arbeit mit Senioren, da in naher Zukunft die Einrichtung eines Seniorentreffs geplant ist.

Momentan befinden sich die Angebote noch im Aufbau und Judith Schulze pendelt mehrmals die Woche zwischen den Vereinsräumen in Riesa und Torgau. Wer Interesse an einem persönlichen Gespräch hat, der trifft die aktive Vereinsmitarbeiterin dennoch jeden Freitag von 10 bis 15 Uhr in der Beratungsstelle auf der Bahnhofstraße an. „Gerade bereiten wir auch noch eine kleine Kunstausstellung für unsere Räumlichkeiten in Riesa vor. Ab 31. März präsentieren wir hier verschiedenste Kunstwerke von Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung. Damit möchten wir die Räume natürlich noch ein bisschen stärker beleben und nach außen hin öffnen“ erklärt Judith Schulze während sie das Infoplakat des Vereins ins Schaufenster hängt.

Kontakt: 
Frau Judith Schulze
Bahnhofstr. 12 / 01587 Riesa
Tel. 0 35 25 – 52 86 790
oder 01 72 - 38 02 943
ahd@seniorenzentrum-torgau.de