Zurück nach Riesa

Seit drei Jahren beobachtet das Vermietungsteam der Wohnungsgesellschaft Riesa mbH (WGR) eine Entwicklung, die sich stetig verstärkt: Immer häufiger melden sich Menschen aus den alten Bundesländern, die einst aus Riesa bzw. der Region weggezogen sind und nun zurückkehren möchten. Zwei von ihnen sind Kathrin und Holger Fiedler, deren ganz besondere Geschichte wir hier gern erzählen möchten.

Kathrin und Holger Fiedler und der lange Weg nach Hause

Als Kathrin und Holger Fiedler Anfang November 1989 ihre Entscheidung trafen, war nichts daran leichtfertig. Die beiden waren jung und entschlossen, wussten aber auch, dass eine Flucht aus der DDR alles verändern konnte. Freiheit war ein Wunsch, der Preis dafür ungewiss. In der DDR fehlte es ihnen materiell an wenig, doch die eingeschränkte Reisefreiheit lastete schwer. Vor allem Kathrin wollte mehr sehen von der Welt, mehr Möglichkeiten haben, selbst zu entscheiden.

Im Sommer 1989 verfolgten sie aufmerksam, was in Ungarn geschah. Freunde und Bekannte kehrten von dort nicht mehr zurück, andere versuchten nachts und im Nebel die grüne Grenze nach Österreich zu überwinden. Das Risiko, bei einem Fluchtversuch gefasst zu werden, erschien ihnen jedoch zu hoch. Ein Stempel im Ausweis hätte genügt – sofortige Ausweisung, womöglich Haft. Zu groß war die Angst vor den Konsequenzen.

Der Wendepunkt kam am 4. November 1989 – auf einem Betriebsfest der Handelsorganisation (HO). Dort erfuhren sie, dass die damalige CSSR ab dem 6. November wieder visafreie Einreisen erlaubte. Für Kathrin und Holger war klar: Jetzt oder nie. Bereits am nächsten Tag wurde geplant. Am 6. November 1989, Punkt 9 Uhr morgens, starteten sie ihre Reise – offiziell für drei Tage Urlaub.

Abschied mit Tränen

Der Himmel war grau, es regnete, Kathrin weinte, als sie losfuhren. „Unsere Reise ins Ungewisse begann mit klopfendem Herzen“, erinnert sich die damals 25-Jährige.
Bis zur tschechischen Grenze verlief zunächst alles ruhig – dann folgten intensive Kontrollen. Taschen mussten ausgepackt werden, das Auto wurde untersucht, Fragen gestellt. Die Anspannung war enorm. Doch sie durften weiterfahren.

In Cheb, der letzten größeren Stadt vor der bayerischen Grenze, kauften sie noch Lebensmittel und kleine Vorräte – Dinge, von denen sie glaubten, sie vielleicht zu brauchen. An der Grenze bei Schirnding bot sich ihnen ein Bild, das sie nie vergessen werden: „Am Straßenrand sahen wir abgestellte Autos und Menschen, die zu Fuß in Richtung Freiheit gingen.“ erzählt Kathrin Fiedler. Sie stellten sich an, warteten – und wurden schließlich vom Roten Kreuz empfangen. Tee, Suppe, erste freundliche Worte.

Hinter der Grenze warteten Zelte und Container. Jeder bekam warmes Essen, einen Verpflegungsbeutel, eine Straßenkarte mit eingezeichneter Route zu einem Auffanglager. Ihr Weg führte sie in die Prinz-Leopold-Kaserne nach Regensburg. Es war mitten in der Nacht, als sie dort ankamen – erschöpft und überwältigt.

Am nächsten Morgen gab es Frühstück, Waschmöglichkeiten, erste Gespräche. Regensburger Bürger hatten einen Fernseher gespendet, eine Telefonzentrale wurde eingerichtet. Doch die Leitungen waren überlastet. Viele standen stundenlang an, um Angehörige zu erreichen. In der Kaserne erlebten Fiedlers eine große Hilfsbereitschaft: Offiziere brachten kleine Geschenke, spielten mit Kindern, Menschen kamen einfach vorbei, um die Neuangekommenen willkommen zu heißen. Einige Zeit später erführen Kathrin und Holger über das Radio, dass am 9. November die Grenzen in der DDR geöffnet worden waren. Ein Moment zwischen Erleichterung und Fassungslosigkeit. Dennoch sollte ihre Reise in den Westen weitergehen.

Fremd und doch willkommen

Nach Aufenthalten in Nürnberg und Raststatt gelangten sie schließlich in ein weiteres Lager in einer Kleinstadt oberhalb des Schwarzwaldes – Bretten im Kraichgau. Dort halfen ihnen fremde Menschen ganz selbstverständlich: mit Essen, Kleidung, Decken, Hinweisen zu Behörden, Arbeits- und Wohnungssuche. Es gab Pinnwände mit Angeboten für Zimmer, Wohnungen und Arbeitsstellen. „Wir waren überwältigt von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft“, schreibt Kathrin Fiedler in ihren Aufzeichnungen.

Nach wenigen Tagen fanden sie eine erste Unterkunft. Das beschauliche Städtchen sollte für die nächsten 35 Jahre ihr neues Zuhause werden. So bauten sie sich ein Leben auf, fanden Arbeit und Sicherheit. Holger Fiedler, gelernter Schlosser und Fußballfan mit Wurzeln bei der BSG Stahl Riesa, fand über den Sport schnell Anschluss. Kathrin konnte rasch wieder als Verkäuferin arbeiten. „Wir hatten nie das Gefühl, allein zu sein“, erinnern sie sich.

Zurück in die Heimat

Und doch blieb Riesa präsent. Vier- bis sechsmal im Jahr reisten sie in die Heimat, hielten Kontakt zu Familie und Freunden. „Es waren immer Bekannte um uns herum – sehr nette, sehr hilfsbereite Menschen. Aber die tiefe Verwurzelung fehlte“, sagt Kathrin Fiedler rückblickend.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand wurde der Rückkehrgedanke greifbar. Bereits 2024 wandten sie sich an die WGR und bezogen im Sommer 2025 eine 4-Raum-Wohnung in Riesa-Weida, einem Stadtteil, mit dem Holger Fiedler viele schöne Kindheitserinnerungen verbindet. „Ich bin in Weida aufgewachsen, kenne die Wohnungen noch von früher und war ganz überrascht, wie sich die Wohnverhältnisse verändert haben und welche Grundrissveränderungen die WGR vorgenommen hat“, so der zufriedene Rückkehrer.

Überrascht vom umfangreichen Mieterservice zeigt sich auch Kathrin Fiedler: „Unsere Wohnungen in Bretten waren alle in privater Hand. Wenn es Probleme gab, musste man sich oft selbst kümmern. Hier brauche ich nur anzurufen – und es wird schnell und unkompliziert geholfen.“

Auch das „Sorglos-Wohnen“-Angebot von Provitus und der Wohnungsgesellschaft finden die Fiedlers bemerkenswert – selbst wenn es für die beiden Mitsechziger aktuell noch keine konkrete Rolle spielt. „Es ist beruhigend zu wissen, dass man im Fall der Fälle fachkundige Unterstützung bekommt und nicht allein dasteht“, betont Kathrin Fiedler.

Mit dieser Verlässlichkeit im Rücken fällt es leicht, den Blick nach vorn zu richten und das neue Kapitel bewusst zu genießen. Riesa entdecken sie neu – nicht als die Stadt, die sie einst verlassen haben, sondern als Ort mit Ruhe, Freiraum und vertrauten Wegen. „Wir gehen gern durch Weida spazieren, das Wohnumfeld ist grün und gepflegt. Wir lieben die Radtouren entlang der Elbe und genießen den Weihnachtszauber im Erzgebirge“, schwärmt das Ehepaar.

Zurück in die Heimat

Und doch blieb Riesa präsent. Vier- bis sechsmal im Jahr reisten sie in die Heimat, hielten Kontakt zu Familie und Freunden. „Es waren immer Bekannte um uns herum – sehr nette, sehr hilfsbereite Menschen. Aber die tiefe Verwurzelung fehlte“, sagt Kathrin Fiedler rückblickend.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand wurde der Rückkehrgedanke greifbar. Bereits 2024 wandten sie sich an die WGR und bezogen im Sommer 2025 eine 4-Raum-Wohnung in Riesa-Weida, einem Stadtteil, mit dem Holger Fiedler viele schöne Kindheitserinnerungen verbindet. „Ich bin in Weida aufgewachsen, kenne die Wohnungen noch von früher und war ganz überrascht, wie sich die Wohnverhältnisse verändert haben und welche Grundrissveränderungen die WGR vorgenommen hat“, so der zufriedene Rückkehrer.

Überrascht vom umfangreichen Mieterservice zeigt sich auch Kathrin Fiedler: „Unsere Wohnungen in Bretten waren alle in privater Hand. Wenn es Probleme gab, musste man sich oft selbst kümmern. Hier brauche ich nur anzurufen – und es wird schnell und unkompliziert geholfen.“

Auch das „Sorglos-Wohnen“-Angebot von Provitus und der Wohnungsgesellschaft finden die Fiedlers bemerkenswert – selbst wenn es für die beiden Mitsechziger aktuell noch keine konkrete Rolle spielt. „Es ist beruhigend zu wissen, dass man im Fall der Fälle fachkundige Unterstützung bekommt und nicht allein dasteht“, betont Kathrin Fiedler.

Mit dieser Verlässlichkeit im Rücken fällt es leicht, den Blick nach vorn zu richten und das neue Kapitel bewusst zu genießen. Riesa entdecken sie neu – nicht als die Stadt, die sie einst verlassen haben, sondern als Ort mit Ruhe, Freiraum und vertrauten Wegen. „Wir gehen gern durch Weida spazieren, das Wohnumfeld ist grün und gepflegt. Wir lieben die Radtouren entlang der Elbe und genießen den Weihnachtszauber im Erzgebirge“, schwärmt das Ehepaar.